Samstag, 23. April 2011
  • Eine Frage der Zeit – Print oder Online und wie das Internet die Theaterkritik verändert
  • Nicht pädagogisch, aber wertvoll – Kinder- und Jugendtheater in Deutschland
  • Verknüpfungsleistungen – Kuratoren im Theater

letzte premieren

Freitag, 15. April 2011 Anhaltisches Theater Dessau Woyzeck – Christian Weise zeigt einen rohen Büchner

Freitag, 15. April 2011 Theater Lübeck Amphitryon – Niklaus Helbling inszeniert Kleist in Lübeck

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die nachtkritik

203_1
Putztag in Zimmer 203 in Düsseldorf
©Sebastian Hoppe
Düsseldorf, 23. April 2011

Zimmer ohne Aussicht

Ein Mann wacht in einem unbekannten Zimmer mit Ornamenttapete und der Nummer 203 auf. Drei ebenso unbekannte Mitbewohner stellen sich ihm als seine Familie vor. So ungefähr beginnt das neue Stück von Juli Zeh, das Hans-Ulrich Becker jetzt am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt hat. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, was das überhaupt ist und sein kann: unser Leben. Sarah Heppekausen berichtet.

ICKE&ER wurden 2006 via Youtube bekannt, und nun haben sie mit Icke – Die Oper an der Volksbühne Berlin ein Musical gemacht, oder Anti-Musical, wie auch immer. Auf jeden Fall mit richtigem Blinklicht-Bühnenbild. Und keiner Kamera mehr, hinter der sie sich verstecken können. Mehr von Matthias Weigel.

Auf Prosperos Insel geht es über ein Gerüst, als würde man eine Weltraumrakete besteigen. In einem alten Wasserturm hat Lee Beagley Shakespeares Pleasure Island frei nach Motiven des "Sturm" inszeniert und entführt einen in eine Zukunft, die das 20. Jahrhundert barbarisch aussehen lassen. Mehr über diese schöne neue Shakespeare-Welt weiß Andreas Schnell

Die Behauptung, dass die Befreier kurz vor der Stadt wären, stellt Jakob mehr aus Versehen auf. Denn es gibt keine guten Nachrichten, und nicht mal ein Radio in Jurek Beckers Roman Jakob der Lügner, den Frank Beyer in den 70er Jahren preisgekrönt verfilmte. Martin Nimz hat die Geschichte jetzt in Heidelberg inszeniert und geht quasi den umgekehrten Weg, wie Ralph-Carl Langhals zu berichten weiß.

 

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presseschau

23. April 2011

Theater muss auch scheitern dürfen!

In der österreichischen Presse schlagen die Wellen hoch: Warum hat Birgit Minichmayr die Rolle der Lulu geschmissen? Ist Burgtheater-Chef Matthias Hartmann ein Tyrann? Entwickelt Minichmayr Starallüren? "Ich warte auf den Ort, die Zeit und das Theater, wo eines Tages Birgit Minichmayr die 'Lulu' spielt, und sei es am Ende der Welt, ich werde ihr nachreisen, meiner kleinen, ungeschützten Tänzerin," schreibt heute der Schauspieler Peter Kern in der Wiener "Presse" in einem wunderbaren Essay über das Scheitern, der in Jan Bosses Inszenierung Lulu-Gatten Dr. Goll spielen sollte.

 

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kritikenrundschau

Na ja, hört man aus einer ersten Berliner Kritik grummeln, in der aber ein gewisser Wille zum Amüsemang durchaus auch zu Freundlichkeiten dem Abend gegenüber führt. Bei uns weniger.

Sehr gut kommt Martin Nimz' Inszenierung der Adaption des berühmten Ghetto-Romans bei der Kritik vor Ort an. Wir waren skeptischer.

Wenn Signa mit einem neuen Projekt an den Start gehen, dann lesen sich die Kritiken dazu wie Reportagen. So wie jetzt in Köln bie ihrem Kafka-Projekt: Erste lokale Stimmen zeigen sich insgesamt beeindruckt, formulieren aber auch Einwände. So wie wir.

Während ein Teil der Printmedien Giesings Schnitzler-Vergegenwärtigung bejubelt, ist ein anderer entrüstet oder doch zumindest enttäuscht. Die Zeit entdekt den hohlen Boden der Komödie. Wir sahen eine Komödie voller Zwischentöne.

Recht gut gefällt den Kritikern die Uraufführung von Nora Schlocker am Schauspielhaus Wien, Abstriche beim Stück inklusive. Der Darsteller Max Mayer bekommt ein Extralob. Wir sahen es so.

Viel Gutes hat die lokale Kritik vom diesjährigen Festivaljahrgang zu berichten. Wir sahen dies und dies.

Vom Überkandidelten, vom Slapstick, schnellen Tempo und harten Einsatz der Körper lebt Macras' neuer Abend, so die Kritiker, bei denen sich teils aber auch gemischte Gefühle einstellten. Wir sahen es so.

Viel Slapstick, Kostüm- und Budenzauber, aber droht die Inszenierung ins Alberne zu kippen, überrascht Helbling gerade rechtzeitig mit der Rückkehr zum Identitäts- und Seelendrama, so die Kritiker. Wir sahen's weniger wohlwollend.

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debatte

20. April 2011

Von allen guten Geistern verlassen ...

... agiert die Theaterpolitik Mecklenburg-Vorpommerns. In Rostock wird das Große Haus geschlossen, obwohl man die Sicherheitsmängel seit Jahren kannte. Die Oper soll erhalten werden. Bloß, wo soll sie spielen? Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin ist zwar erfolgreich, aber ob es deshalb vor dem Konkurs gerettet wird? Und aus Greifswald, Neubrandenburg, Neustrelitz, Stralsund, Anklam gibt es derzeit keine aktuellen Nachrichten. Man muss das Schlimmste befürchten. Der ehemalige Bremer Intendant Klaus Pierwoß appelliert noch einmal an die zuständigen Politiker in NordOst.

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bücher

iden_schmetterling 19. April 2011

Vergangene Hoffnungen

Peter Iden war über Jahrzehnte Theaterkritiker für die Frankfurter Rundschau, der wichtigste, einflussreichste. Und immer war er ein steitbarer, politisch denkender Mann, der im Theater nach "Gegenbildern" der Gesellschaft suchte, die Auskunft gäben darüber, wie "wir leben sollten". Jetzt hat Peter Iden mit Der verbrannte Schmetterling – Wege des Theaters in die Wirklichkeit eine Sammlung seiner Kritiken vorgelegt. Man hat damit ein Dokument sich ändernder Zeiten in Händen, ein Stück Theatergeschichte. Nikolaus Merck hat das Buch gelesen – und weiß auch, was nicht in ihm steht, was also den Veränderungen zum Opfer gefallen ist.

 

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porträt & profil

schlingensief-thomas-aurin
© Thomas Aurin
Wien, 12. April 2011

Ein Gesamtkünstler

Es ist immer schwierig, sich zu erinnern. Die Erinnerung an Christoph Schlingensief ist besonders schwierig. Denn: wer war Christoph Schlingensief? Ein Gesamtkünstler, sagt ein Wiener Symposion, bei dem Gelehrte, Weggefährten, Künstler und Kritiker zu ergründen versuchten, welche Kunst  Schlingensief geschaffen hat. Einig war man sich nicht, ein gutes Zeichen im Grunde. Stefan Bläske hat zugehört.

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nachtkritik-krisometer

11. April 2011

Gute Nachrichten aus Gera

Selten, aber manchmal gibt es sie, die guten Nachrichten. Heute meldet das Theater Altenburg/Gera, dass – entgegen der Prognose – zum jetzigen Zeipunkt kein Defizit eingetreten sei und man zu Ende März über liquide Mittel von über 300.000 Euro verfüge.

Das Problem, vor das die neuen Mobilfunkfrequenzen die Theater stellen, ist seit einem Jahr bekannt, aber eine Lösung seither nicht gefunden. Jetzt rückt die Einführung der LTE-Mobilfunktechnik durch die Telekom näher und damit auch der Tag, an dem die bisherigen Bühnenfunkanlagen unbrauchbar werden. Welche Bedrohung dieser Vorgang für Häuser wie das Theater in Hildesheim darstellt, hat die Wochenzeitschrift Die Zeit noch einmal eingehend geschildert.

Die Landesbühne Nord in Wilhelmshaven schlägt Alarm. Der Intendant muss die kommende Spielzeit planen, eigentlich schon längst, weiß aber nicht, wie viel Geld er zur Verfügung hat. Das Land hält sich bedeckt. Tut es nicht, sagt das Kultusministerium. Tut es doch, sagt das Theater, und versucht jetzt die zuständige Minsterin Wanka zum Jagen zu tragen.

Nach der erneuten Forderung der Landeshauptstadt Schwerin nach weiteren Finanzhilfen für die Spielzeit 2011/2012 des Mecklenburgischen Staatstheaters fordert der Präsident des Landesrechnungshofes Dr. Tilmann Schweisfurth eine Theaterstrukturreform in Mecklenburg-Vorpommern. Jede andere Lösung als eine interkommunalen Kooperation führe aufgrund der finanziellen Überforderung der Städte entweder langfristig zur Aufgabe der Theaterbetriebe oder zu einem Spielbetrieb mit deutlich schlechteren Programmen.

Mehr zur finanziellen Situation der Theater

 
 

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